Förderprogramm „Erneuerbar Mobil“ des BMU für Elektromobile im gewerblichen Bereich (Sofortprogramm „Saubere Luft“) – Einreichungsfrist bis zum 25. Mai 2018


Ende 2017 wurde durch die Bundesregierung ein Sofortprogramm zur Luftreinhaltepolitik beschlossen. Teil des Programms ist auch eine Förderlinie des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) zur Unterstützung des Erwerbs von Elektromobilen im Gewerbe auf Basis des schon bestehenden Förderprogramms „Erneuerbar Mobil“. Nachdem der für Januar 2018 angekündigte Programmstart leider mehrfach verschoben wurde, ist nunmehr der Förderaufruf  (siehe Download) veröffentlicht worden. Der Förderaufruf  läuft allerdings nur bis 25. Mai 2018. Obwohl einige Strukturen aufgrund der ursprünglichen Herkunft des Förderprogramms aus der Projekt- und Forschungsförderung auf den ersten Blick wenig KMU-geeignet erscheinen, sollten Handwerksunternehmen die Chance zur Teilnahme nutzen, da die zur Verfügung gestellten Antragstools die Antragsstellung auch für Einzelfahrzeuge stark vereinfachen und eine Beteiligung des Handwerks ausdrücklich angeregt wird. Maßnahme: „Förderung der Elektrifizierung des urbanen Wirtschaftsverkehrs“ Gefördert wird der Erwerb von Neufahrzeugen mit Elektroantrieb (sowie Plug-In-Hybrid) durch Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft einschließlich der notwendigen Ladeinfrastruktur. Explizit werden im Förderaufruf Handwerksbetriebe genannt und KMU zur Teilnahme aufgerufen. Mit dem im Förderaufruf verwendeten Begriff „Flottenbetreiber“ sind auch Handwerksunternehmen mit einem oder wenigen gewerblich eingesetzten Fahrzeugen einbegriffen. Auch Einzelbeschaffungen sind möglich. Projektseite: Weitere Informationen und Anlagen siehe Projektseite: https://www.erneuerbar-mobil.de/foerderprogramme/das-sofortprogramm-saubere-luft Zuwendungsfähig sind folgende Kosten:

  • Die gegenüber vergleichbaren Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor durch den Elektro- oder Plug-In-Hybridantrieb entstehenden Investitionsmehrkosten.
  • Kosten für die Beschaffung und die Installation der notwendigen Ladeinfrastruktur (Erläuterung ZDH: Der Umfang der Landeinfrastruktur ist nicht explizit in den Förderbestimmungen begrenzt, muss aber in sinnvollem Verhältnis zu den geförderten Fahrzeugen stehen. Vorgaben zur öffentlichen Zugänglichkeit gibt es nicht.)
  • Bezuschusst werden können unterschiedliche Antriebstechnologien, wie z. B. Plug-In-Hybride, E-Fahrzeuge mit Zentralmotor, E-Fahrzeuge mit Radnabenmotoren etc.

Weitere Voraussetzungen:

  • Bei der Förderung von Hybridfahrzeugen ist Voraussetzung, dass diese eine Reichweite unter ausschließlicher Nutzung der elektrischen Antriebsmaschine von mindestens 40 km erreichen oder eine Kohlendioxidemission von 50 Gramm pro gefahrenen km unterschreiten müssen.
  • Die geförderten Fahrzeuge müssen zu einem signifikanten Anteil in den von Schadstoffbelastung betroffenen Städten (Städteliste siehe Projektseite Anlage 2) verwendet werden. (Erläuterung ZDH: Ein Unternehmenssitz in einer der genannten Städte ist nicht notwendig. Wenn ein Betrieb in mehreren betroffenen Städten aktiv ist, sollte eine dieser Städte im Einreichungstool ausgewählt und ggf. weitere ergänzende Erläuterungen zu anderen Städten im Textfeld der Projektskizze vorgenommen werden.)
  • Ein direkter Bezug zur gewerblichen Nutzung des Fahrzeugs muss gegeben sein. (Erläuterung ZDH: Es muss sich jedoch nicht explizit um ein Nutzfahrzeug handeln. Der Erwerb eines gewerblich zu nutzenden Pkws ist ebenso möglich.)
  • Die beantragten Fahrzeuge sind innerhalb von einem Jahr nach Bewilligung („Bewilligungszeitraum“) anzuschaffen. Die Zweckbindungsfrist für die beschafften Fahrzeuge und Ladeinfrastruktur beträgt 24 Monate.
  • Der Antragsteller muss sich bereit erklären, an einer übergeordneten Datenerhebung zur Bewertung des Sofortprogramms teilzunehmen. (Durch ein Stichprobenverfahren werden die Teilnehmer ermittelt.)

Höhe der Förderung:

  • Eine Förderung der Mehrkosten von Elektrofahrzeugen (einschließlich Ladeinfrastruktur und deren Installation) gegenüber konventionellen Fahrzeugen erfolgt bei Großbetrieben (über 250 Mitarbeitern) zu 40 %.
  • Bei mittelgroßen Betriebe (unter 250 Mitarbeiter und max. 50 Mio. Euro Umsatz oder max. 43 Mio. Euro Bilanzsumme) erhöht sich die Förderung auf 50 %.
  • Kleinbetriebe (unter 50 Mitarbeiter und max. 10 Mio. Euro Umsatz oder max. 10 Mio. Euro Bilanzsumme) werden zu 60 % gefördert.

Die Differenz der Kosten der Beschaffung eines Elektrofahrzeugs zu einem konventionellen Fahrzeug kann pauschal mit Hilfe eines Berechnungstools ermittelt werden Im Tool gibt es eine Auswahlmöglichkeit für die meisten E-Mobile mit automatischer Berechnung der Mehrkosten. Dort können auch pauschale Kosten unterschiedlicher Ladeinfrastrukturen ausgewählt werden. (Deren Kosten gelten komplett als förderfähige „Investitionsmehrkosten“.) (Erläuterung ZDH: Zurzeit kann das Tool nur mit Excelversionen ab 2010 bearbeitet werden. Der Projektträger arbeitet an einer Lösung.)

  • Zum Berechnungstool: siehe Projektseite Anlage 1

Wahlweise ist statt der pauschalen auch eine individuelle Mehrkostenermittlung möglich. Diese bietet sich an, wenn keine Basisvarianten von Fahrzeugen erworben werden oder Flottenbeschaffungsverträge bestehen. (siehe 4.2. des Förderaufrufes) Kumulierung mit Umweltbonus: Eine wesentliche Änderung gegenüber den schon im Dezember 2017 skizzierten Förderbedingungen ist die nunmehr explizit gegebene Möglichkeit der Kumulierung der Förderungen mit dem Umweltbonus (Förderung beim Kauf von E-Mobilien in Höhe von 4.000 Euro). Dieser Umweltbonus muss separat bei der BAFA beantragt werden. Erläuterung des  ZDH: Zu beachten ist dabei, dass mit dem Umweltbonus nur Fahrzeuge förderfähig sind, die in der Basisvariante bis 60.000 Euro (Nettolistenpreis) kosten und die mit einem PKW-Führerschein B nutzbar sind. Schwere Lkw über 3,5 bzw. 4,25 Tonnen sind damit ausgeschlossen vom Umweltbonus und dementsprechend von der Kumulierungsmöglichkeit. Die Einschränkung ist in der aktuellen Praxis jedoch nur be-grenzt relevant, da es zurzeit in diesem Bereich kaum elektromobile Angebote auf dem Markt gibt.) Erstellung des Antrages: Da die Förderung auf einer bereits länger bestehenden Projektförderung basiert ist formal die Erstellung einer Projektskizze notwendig. Der Projektträger stellt dazu ein Online-Einreichungstool mit stark standardisierten Möglichkeiten zur Beantragung von Mitteln für Elektrofahrzeuge und Ladeinfrastruktur für die Beantragung zur Verfügung. Einreichungstool (Zugang zum erst nach Anmeldung möglich) https://www.vdivde-it.de/submission/bekanntmachungen/saubere-luft/ Bei kleineren Beschaffungen reicht im Feld „Einsatzzweck/Einsatzprofile“ eine kurze stichwortartige Darstellung der typischen Verwendung des Fahrzeugs (z.B. Transport von Materialien und Werkzeugen des xy-Handwerks zu Kunden und Baustellen. Nutzung zu Materialeinkäufen und regelmäßigen Kundenservice in der Stadt, Filialbelieferung) Soweit zusätzliche Hinweise auf den Einsatzzweck im jeweiligen Unternehmen die Bewertung der Förderwürdigkeit verbessern könnten, sollten diese ergänzt werden. Nur bei größeren, überjährigen Beschaffungen sollte zur Wahrung der Chancen bei der Förderauswahl eine mehrseitige ausführliche Projektskizze erstellt werden (siehe Gliederungsvorschlag auf der Projektseite – Anlage 3). Auswahlentscheidung (zweistufig): Der Projektträger VDIVDE rechnet mit Überzeichnung der Fördersumme. Es ist aller-dings kein „Windhundprinzip“ vorgesehen. Die Projektskizzen werden ab dem 25. Mai 2018 nach verschiedenen Kriterien bewertet (Einsatz in betroffenen Ballungsräumen, Einsatzprofil). Das Handwerk setzt sich dafür ein, dass auch eine angemessene Verteilung der Förderempfänger auf unterschiedliche Betriebsgrößenklassen sichergestellt wird. Nach erfolgter Auswahl werden die erfolgreichen Bewerber zur Einreichung eines endgültigen Antrages aufgefordert. (Der auch bürokratiearm gestaltet sein soll.) Ansprechpartner: Bei Fragen kann der Projektträger konsultiert werden: VDI/VDE Innovation + Technik GmbH (VDI/VDE-IT) Steinplatz 1, 10623 Berlin Telefon: 030 310078-5660 E-Mail: elmo@vdivde-it.de Quelle: ZDH im April 2018

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner