Ausweitung der LKW-Maut zum 01. Oktober 2015


Am 1. Oktober 2015 trat die Ausdehnung der streckenbezogenen Lkw-Maut auf den Gewichtsbereich 7,5 bis 12 Tonnen in Kraft. Soweit noch nicht geschehen, sollten die Unternehmen zeitnah klären, A: ob mautpflichtige Straßen in der Arbeitspraxis genutzt werden („Streckennetz“ als Download auf diesen Seiten) B: ob die betrieblichen Fahrzeuge (ggf. mit Anhängern) in die Gewichtsklasse über 7,5 Tonnen fallen Zu beachten ist insbesondere, dass sich die Gewichtsgrenze von 7,5 Tonnen zulässiger Gesamtmasse auch auf Fahrzeugkombinationen bezieht. Handwerksbetriebe können deshalb durch die gelegentliche Nutzung von Anhängern in den Geltungsbereich der Fernstraßenmaut kommen. Das bloße Vorhandensein einer Anhängerkopplung hat jedoch keine Folgen. Es kommt auf die konkrete Nutzung eines Anhängers auf einer mautpflichtigen Strecke an. und C: ob diese Fahrzeuge nach ihrer Zweckbestimmung bzw. konkreten Nutzung (Gütertransport) in die Mautpflicht fallen. Typische Handwerksfahrzeuge, die Materialien, Werkzeuge oder eigene Produkte transportieren, fallen demnach bei Nutzung mautpflichtiger Straßen regelmäßig in den Geltungsbereich der Fernstraßenmaut. Wenn diese Fragen bejaht werden, ist zu klären, welche Form der Mauterfassung gewählt werden soll. Folgende drei Möglichkeiten gibt es derzeit:  

  1. Automatische Einbuchung (on Board Units):

Für Betriebe, die häufig in die Mautpflicht fallen, bietet sich der Einbau von On Board Units (OBU) an. Die Nutzung von OBU ist kostenfrei, allerdings muss der Betrieb die Einbaukosten tragen. Zuvor ist eine Registrierung bei Toll Collect notwendig; anschließend erfolgt der Einbau bei einer Vertragswerkstatt (Informationen von Toll Collect). Hinweis: Soweit eine Mautpflicht kurzfristig festgestellt wird oder diese erst durch den Neukauf von Fahrzeugen oder neue auftragsbedingte Fahrtstrecken eintritt, ist ein rechtzeitiger Einbau einer „On Board Unit“ mit den erforderlichen Anmeldeformalitäten nicht immer termingerecht möglich. Alternativ stehen den Unternehmen zwei weitere Methoden zur Meldung der mautpflichtigen Strecken zur Verfügung.  

  1. Meldung über Internet:

Auch bei der Meldung über Internet ist vorab eine Registrierung bei Toll Collect notwendig, die mehrere Tage dauert. Anschließend ist die Meldung über die geplante Strecke bis zu drei Tage im Voraus möglich. Hinweis: Insbesondere die Modalitäten zur Anmeldung von mautpflichtigen Streckenabschnitten auf Bundesstraßen und die Erfordernis der relativ genauen Angabe des Beginns der Fahrt auf einer mautpflichtigen Strecke erscheinen aus Handwerkssicht sehr umständlich.  

  1. Meldung über Terminals:

Vorab ist bei der Terminaleinbuchung keine Registrierung bei Toll Collect notwendig (aber möglich). Die Einbuchung erfolgt vor Beginn der mautpflichtigen Fahrt an einem der rund 3.600 Terminals (u.a. an Tankstellen und Autohöfen). Zu beachten ist, dass insbesondere entlang von neu bemauteten Bundestraßen kein hinreichendes Netz von Stationen besteht. Der Fahrzeuglenker erhält nach der Buchung einen Einbuchungsbeleg, der den Gültigkeitszeitraum ausweist. Hinweis: Bezahlung der Mautgebühren: Zu beachten ist, dass die Auswahl und Vorbereitung eines geeigneten Bezahlsystems zusätzliche Zeit in Anspruch nehmen kann. Alle gängigen Kreditkarten werden nur bei der Terminalbezahlung akzeptiert. Bei Abrechnung über OBU und Internetmeldung werden nur in Deutschland eher wenig verbreitete Kreditkarten akzeptiert (für den Bezahlvorgang sind zudem spezielle Vereinbarungen zu treffen), sowie eher selten anzutreffende Guthabenverfahren. Allerdings werden die meisten Tankkarten akzeptiert. Weitere Informationen unter:

Andrea Jacob

Technische Beraterin

Telefon: 0335 5619 - 107
Telefax: 0335 5619 - 123

andrea.jacob@hwk-ff.de

Jördis Kaczmarek

Assistentin der Abteilung Gewerbeförderung

Telefon: 0335 5619 - 120
Telefax: 0335 5619 - 123

joerdis.kaczmarek@hwk-ff.de

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